Schulzeugnis mädchen traurig

Kein Stress bei schlechten Schulnoten

Ein gutes Zeugnis beschwingt, ein schlechtes Zeugnis ist ein Dämpfer für das Selbstbewusstsein. Egal, wie gut ein Kind es wegzustecken vermag – für die einen ist es ein Ansporn, sich mehr anzustrengen, andere lähmt es, so stark ist der Frust. Wie gehen Eltern am besten damit um? In In unserem Artikel haben wir hilfreiche Tipps zusammengestellt und ziehen auch unseren Experten Fabian Grolimund (Psychologe und Leiter der Akademie für Lerncoaching in Zürich) zu Rate.

Positiv bleiben

„Wir haben dich lieb, egal welche Noten du schreibst.“ Ein Satz, der Kindern zeigt, dass sie bedingungslos geliebt werden. Das erzeugt emotionale Sicherheit und gibt dem Kind die Stärke, eine Verbesserung in Angriff zu nehmen. Positiv bleiben heißt auch, das Gute hervorzuheben: „Drei Aufgaben hast du schon richtig beantwortet, die restlichen schaust du dir einfach noch einmal genau an.“ Hilfreich ist auch das Wörtchen „noch“: „Du kannst es noch nicht. Das wirst du sicher bald lernen.“ Eine Herangehensweise, die motiviert und das Selbstbewusstsein stärkt. Schaut man als Elternteil genau hin, finden sich sicher viele kleine Erfolge des Kindes, die sich vielleicht noch nicht auf die Noten niedergeschlagen haben. Wird das Kind darauf aufmerksam gemacht, kann es neuen Mut fassen.

Wenn Schule krank macht

Der Schultag artet bei vielen Kindern in Stress aus: Die Unmenge an Wissen, die gelernt werden muss, und die Anwesenheitszeiten in der Schule nehmen stetig zu. Durch die hohen Anforderungen und die großen Belastungen fühlen sich Schüler oft überfordert. Schulstress zeigt sich auf verschiedene Weise. Verhaltensänderungen, die durch Stress entstehen, treten schleichend auf. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen ziehen sich zurück oder wirken erschöpft und demotiviert. Sie sehen keinen Sinn darin zu lernen, da sie keine Beziehung zwischen dem Lernstoff und ihrem Leben sehen. Mit der Last eines zu großen Lernpensums kann zusätzlich die Angst zu versagen einhergehen. Langfristige Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit, die Aufmerksamkeit und die Schulnoten sind in der Regel die Folge. So entsteht ein Teufelskreis, der das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen dauerhaft belastet. Kritik, Ermahnungen und Erwartungshaltungen führen zu Gegenwehr oder Gleichgültigkeit. Die Lust am Lernen geht verloren.

Auswege aus der Sackgasse

Kinder und Jugendliche brauchen Erfolgserlebnisse und Anerkennung für die eigenen Anstrengungen. Das Empfinden, selbst etwas bewirken zu können, motiviert! Doch um richtig lernen zu können, fehlen vielen Schülern die notwendigen Kompetenzen und das richtige Handwerkszeug. Methoden und Lerntechniken können erlernt werden. Das Gehirn kann trainiert werden wie ein Muskel. Mit einem trainierten Gehirn und gut verinnerlichten Lerntechniken werden Denkprozesse kreativ und die Motivation zum Lernen entsteht von selbst.

Fabian Grolimund rät Eltern und Lehrkräften: „Neben wirksamen Lernstrategien für ein erfolgreiches Lernen kommt es vor allem auf eine gute Beziehung an, die von Verständnis, Wertschätzung, Interesse, Vertrauen, aber auch klaren Erwartungen geprägt ist.“

Aus Hilflosigkeit wird Selbstwirksamkeit

Um die Gedanken in die richtige Richtung zu lenken, sind vor allem die sogenannten exekutiven Funktionen des Gehirns entscheidend. Denn mit diesen Funktionen kontrollieren wir unser Handeln, setzen uns Ziele und steuern unsere Aufmerksamkeit und Konzentration. Kinder lernen von Natur aus gerne. Das zeigt sich, wenn Kleinkinder ihre Umwelt erkunden oder Kinder und Jugendliche Freude daran haben, sich im Sport, beim Spielen eines Instruments oder bei spielerischen Herausforderungen zu verbessern. Hier bestimmen sie allerdings selbst! Selbstbestimmtes Lernen sollte deshalb gefördert und die Bedeutung von Noten nicht überbewertet werden. Wie beim Spielen macht auch das Lernen mit anderen mehr Spaß und ist oftmals erfolgreicher. Deshalb sollten Kinder und Jugendliche dazu ermutigt werden, gemeinsam in Gruppen zu lernen.

Fabian Grolimund

Unser Expertenvortrag von zum Thema "Motivation beim Lernen"

Am 31. März 2022 um 19:30 Uhr hält Fabian Grolimund von der Akademie für Lerncoaching in Zürich einen Onlinevortrag zum Thema.

Weiter Informationen erhalten Sie in Kürze hier auf unserer Webseite.

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