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Wie spreche ich mit meinem Kind über Mathe?

Kinder rechnen anders als Erwachsene. Dass das aber nicht unbedingt gleich falsch ist, erklärt Dr. Kirstin Erath, wissenschaftlicher Beirat der PTE, in einem Vortrag an einer Grundschule in Ludwigsburg. Viele nickende Elternköpfe bestätigten dabei, was sie in verschiedenen Projekten an Grundschulen herausgefunden hat. Nämlich dass Mathe tatsächlich etwas mit Sprache zu tun hat, dass man es prima im Alltag integrieren kann und dass man als Eltern oft kopfschüttelnd vor einem Ergebnis sitzt, dessen Lösungsweg man gar nicht nachvollziehen kann.

Jeder rechnet anders!

Hätten Sie gewusst, dass man 7+8 verschieden rechnen kann: 7+3+5 oder 7+7+1 oder 5+5+3+2 oder 5+5+5 oder… und für jeden ein anderer Weg der richtige ist? Und dass Kinder komplett anders rechnen als Erwachsene? Das Problem ist dabei meist, dass Erwachsene versuchen, den Kindern „ihren Weg“ beizubringen. Und genau hier liegt der Fehler: Eltern sollen lernen, die Denkweisen des Kindes anzunehmen und zu unterstützen, so Erath. Sie sollen nachfragen. Zum Beispiel: Wie hast du das denn gerechnet? Warum hast du das so gemacht? Wie kommst du auf dieses Ergebnis? Diese Fragen bringen Kinder dazu, ihren Rechenweg nochmal zu überdenken und helfen gleichzeitig den Eltern zu verstehen, was in den Köpfen der Kinder vorgeht. Ganz wichtig ist es daher, so die promovierte Mathematikerin, die Kinder darüber sprechen zu lassen. Denn Sprache gilt als Werkzeug des Denkens und sobald Kinder reden, stellen sie sich etwas dazu vor und lernen damit quasi nebenbei.

Mathe in den Alltag integrieren

Wichtig ist auch die Mathematik im Alltag. Alltägliche Situationen sollen genutzt werden, um Mathe zu lernen und im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Es gibt dabei viele Beispiele, wie man Mathe im Alltag entdecken und einbauen kann. Wichtig ist, dem Kind zu helfen, eine gute und solide Vorstellung von Zahlen und Mengen aufzubauen. Einige Beispiele aus dem Grundrechenspektrum von Grundschülern: Vier Kinder spielen zusammen, drei wollen mitmachen. Wie viele Kinder spielen am Schluss zusammen? Oder: In einer Packung sind 24 Bonbons; es sind acht Kinder. Wie viele Bonbons erhält jedes Kind? Und noch eine Idee für eine Alltagsrechung: In einem Karton sind 8 Tetrapaks Saft. Wie viele Tetrapaks sind in zwei Kartons? Oder üben Sie das Rechnen ganz einfach mit Dingen, die man in die Hand nehmen und begreifen kann: Flaschendeckel, Plättchen oder Bonbons.

Rechengeschichten helfen beim Verstehen

Auch Rechengeschichten helfen beim Verstehen. Fragen Sie nach, was das Kind zu bestimmten Situationen für Rechengeschichten im Kopf hat. Beim Plusrechnen helfen Verben wie dazutun, kaufen, dazu legen,… Beim Minusrechen werden Sachen weggenommen. Z. B. Wir haben 10 Eier gekauft, eins fällt runter, wie viele bleiben übrig? Oder weitere Aktionen wie verschenken, davonfliegen, wegnehmen, aufessen …

Die Sache mit dem Hausbau ...

Elke Fode und Gisela Toepfer, die Initiatorinnen des Vortrags und Fachbereichsleiterinnen der PTE ergänzen noch: „Der Erwerb des mathematischen Verständnisses ist mit dem Aufbau eines Hauses vergleichbar: Ist das Fundament beschädigt oder lückenhaft, kann das gesamte Gebäude nicht stabil sein und die weitere Schullaufbahn im Fach Mathe könnte sehr wackelig werden.“ Und weiter: „Sollten hier Schwächen erkennbar sein, sollten Eltern nicht allzu lange zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.“

Waiblinger Zeitung

Probleme mit der Aufmerksamkeit oder AD(H)S?

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Auf Leistungsstärke setzen oder Stärken fördern?

Der Wechsel auf die weiterführende Schule stellt viele Familien vor die Wahl: Soll das Kind auf eine Schule gehen, in welcher die Mitschüler*innen leistungsstärker sind? Wird dadurch das Kind eher motiviert oder frustriert? In unserem Interview mit Bildungsexperten Professor Dr. Trautwein betrachten wir den Einfluss der Klassenzusammensetzung auf die Motivation und Leistungsbereitschaft.

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Textaufgaben

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