Ordnung

Mit mehr Ordnung besser lernen

Ein ordentlicher Arbeitsplatz und ein aufgeräumter Schulranzen sind für manche Kinder und Jugendlichen eine tägliche Herausforderung – doch für alle im Alltag eine Erleichterung, ob mit oder ohne AD(H)S. Wie sich Ordnung auf unsere Psyche auswirkt und wie Sie die Umsetzung angehen können – wir geben Ihnen einige Tipps.

Ordnung im Schulalltag

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Nicht jedem fällt Ordnung halten leicht und doch sehnen sich viele Menschen nach einem aufgeräumten und übersichtlichen Zuhause. Mittlerweile sind zahlreiche Ratgeber und Empfehlungen erschienen, die gern gekauft werden in der Hoffnung, einen einfachen und schnellen Weg zu einem sauberen und ordentlichen Zuhause zu finden. Gerade auch in Deutschland wird nach wie vor auf beides geachtet und auch in der Grundschule wird meist besonderer Wert auf Ordnung und Sauberkeit gelegt. Als Gegenstand einiger Studien wurde erforscht, wie sich Ordnung und Unordnung auf den Menschen auswirken und es konnte nachgewiesen werden, dass ein übersichtlicher Arbeitsplatz nicht nur Stress minimiert, sondern auch die Kreativität und die Produktivität steigert. Vor allem Menschen mit AD(H)S können davon profitieren, sich weniger Ablenkungen auszusetzen und sich dadurch besser konzentrieren zu können.

Zum Aufräumen motivieren

Eltern stehen oft vor der Heraus-forderung: Wie schaffe ich es, dass mein Kind seinen Schreibtisch aufräumt und den Schulranzen sauber hält? Bei vielen Kindern und auch Jugendlichen haben Erwach-sene eher das Gefühl, sie lieben und brauchen das Chaos und es stört sie weniger. Und doch gibt es Eltern, die teilweise beobachten, dass die Hausaufgaben am Esstisch gemacht werden, weil der eigene Schreibtisch nicht aufgeräumt ist. Oder sie fragen sich, warum die Kinder hauptsächlich im Wohnzimmer spielen und oft liegt die Vermutung nahe, dass dort eben mehr Platz ist. Kinder und Jugendliche sind hier natürlich ganz unterschiedlich – einigen fällt es leichter Ordnung zu halten, anderen wiederum schwerer. Einige wollen selbst ein ordentliches Umfeld, anderen Kindern und Jugendlichen wiederum ist es einfach egal. Welche kindgerechten Argumente können also zur Motivation beitragen?

Vorbild sein

Die Vorbildfunktion von Erwachsenen ist für Kinder wesentlich und zeigt ihnen, welche Vorteile Aufräumen und Ordnung mit sich bringen können. Sobald Dinge einen festen Platz haben, muss nicht lange danach gesucht werden. Das lässt sich auch auf den Arbeitsplatz übertragen: Wer erst seinen Füller, das Mathebuch oder einen Platz zum Arbeiten finden muss, verliert wertvolle Zeit, die man zum Spielen oder für Freunde gut nutzen könnte. Für alle Kinder ist deshalb eine feste Routine eine Erleichterung, bei der die Eltern helfen. Der Ort, an dem die Hausaufgaben gemacht werden, wird zu Beginn gemeinsam vorbereitet. Alle Dinge, die nicht zum Erledigen der Hausaufgaben gehören, werden zusammen vom Tisch geräumt: gefährliche Wassergläser, Spielzeuge oder Snacks. Die benötigten Materialien für die erste Aufgabe werden bereitgelegt. Auch das Wegräumen des Materials nach den erledigten Aufgaben sollte zur Routine werden, damit am nächsten Tag nicht das Mäppchen in der Schule fehlt.

Visualisierungen helfen

Um beim Packen der Schultasche zu helfen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Checkliste anlegen oder auch ein Foto der Dinge machen, die zunächst aus dem Schulranzen müssen, und vor dem nächsten Schultag wieder hinein. Hier kann zum Beispiel notiert werden, dass Nachrichten für die Eltern abgegeben werden müssen, die Vesperdose und die Wasserflasche vom Tag ausgeräumt werden müssen, einzelne Blätter abgeheftet werden müssen. Helfen Sie den Schülerinnen und Schülern bei individuellen Herausforderungen und unterstützen Sie sie dabei, eigene „Reminder” zu finden. Eine feste Routine ist auch empfehlenswert, um die angefertigte Liste noch einmal gemeinsam durchzugehen – hierfür lohnt es sich, sich selbst eine Erinnerung zu stellen und das Kind dabei zu unterstützen.

Kleine Schritte, große Wirkung

Grundsätzlich ist eine Unterteilung in kleine Häppchen für alle Kinder mit und ohne AD(H)S immer von Vorteil. Eine Anweisung wie „Räum deinen Schulranzen auf” kann zu Überforderung und Frustration führen und ist in der Weise oft schlicht nicht umsetzbar. Auch im Kinderzimmer kann der Weg zu mehr Ordnung über kleine Schritte führen.

Finden Sie gemeinsam Etappen, die sich schnell umsetzen lassen und umgehend Erfolge bringen – das motiviert die Kinder und bringt sie zwar langsamer, aber stressfreier zum Erfolg.

Neue Routinen einführen

Unsere Lerntherapeut*innen wissen, dass oft der Wille zu mehr Ordnung und Struktur da ist, nur die Umsetzung schwerfällt. Damit einzelne Handlungen zur Routine werden, ist Durchhaltevermögen gefragt, denn oft vergisst man im Alltagsstress dann doch wieder, was man sich vorgenommen hatte.

Unser Tipp an dieser Stelle ist: Verknüpfen Sie Aktivitäten, die Sie regelmäßig machen wollen oder die Ihre Kinder erledigen sollen, mit Tätigkeiten, die bereits routiniert ablaufen. Ein Beispiel: Sie möchten, dass Ihr Kind jeden Abend seine Blätter aus der Schule abheftet und seine Stifte spitzt. Suchen Sie sich eine Tätigkeit aus, die bei Ihnen am Abend bereits immer gleich abläuft, zum Beispiel das gemeinsame Abendessen. Üben Sie, dass immer nach dem Essen, die losen Blätter abgeheftet werden und die Stifte gespitzt werden. Geben Sie sich dafür Zeit, es wird etwas dauern, bis sich neue Gewohnheiten einspielen.

Außerdem sollten Sie nur nach und nach an neuen Routinen arbeiten – verlangen Sie nicht von Ihrem Kind, dass es gleich alle Ihre Wünsche von heute auf morgen umsetzt. Fangen Sie mit dem Teil an, der Ihnen am wichtigsten erscheint und schaffen Sie nach und nach und mit viel Geduld einen Weg, um Routinen zu mehr Ordnung zu schaffen – es lohnt sich!

Unsere Lerntherapeut*innen unter-stützen Sie auch gerne dabei – sprechen Sie uns an und holen Sie sich noch mehr Tipps für einen organisierten Schulalltag bei Ihrer PTE!

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