Hochsensible kinder

Hochsensible Kinder verstehen: Ein Wegweiser für Eltern zu mehr Leichtigkeit im Alltag

Lesedauer ca. 3 Minuten

Hochsensibilität ist keine Störung oder Krankheit, sondern eine besondere Gabe der Wahrnehmung. Doch im hektischen Schul- und Familienalltag kann diese Feinfühligkeit Kinder und Eltern oft vor große Herausforderungen stellen.

Das „Spürnasen-Phänomen“: Warum Gefühle so intensiv sind

Hochsensible Kinder nehmen ihre Umwelt wie durch ein Vergrößerungsglas wahr. Besonders wichtig ist dabei die Dynamik innerhalb der Familie: Oft ist auch ein Elternteil selbst sehr feinfühlig, was die gegenseitige Wahrnehmung beeinflusst. Wenn Eltern gestresst sind, spüren hochsensible Kinder dies oft zehnmal stärker als andere Kinder. Da sie mit diesen intensiven Reizen noch nicht alleine umgehen können, ist ein liebevolles Verstehen und tiefes Einfühlen der Eltern die wichtigste Basis für eine gesunde Entwicklung.

Praktische Tipps für den Alltag: Reizüberflutung meistern

Wenn alles zu viel wird, braucht das Gehirn Unterstützung, um aus dem „Alarmmodus“ herauszukommen. Hier helfen zwei Strategien:

  • Ablenkung durch Sinnesreize: Ein plötzlicher Kältereiz (z. B. Kältespray), ein saures Bonbon oder beruhigende Musik über Kopfhörer können helfen, das Gehirn kurzzeitig „umzuprogrammieren“.
  • Kognitive Aufgaben: Das Abfragen des Einmaleins oder das Rückwärtszählen von 20 auf Englisch lenkt den Fokus weg von den überwältigenden Gefühlen hin zu logischem Denken.
  • Vermeidung von Stoßzeiten: Um das Gefühlschaos unter Kontrolle zu bringen, sollten überfüllte Orte gemieden werden. Gehen Sie lieber Freitagabends statt Samstagnachmittags schwimmen oder planen Sie Einkäufe und Ausflüge zu ruhigeren Randzeiten ein.

Kreative Schutzstrategien: Der „Super-Mario-Modus“

In der pädagogischen Arbeit haben sich spielerische Bilder bewährt, um Kindern ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Nutzen Sie die Helden Ihrer Kinder:

  • Der Super-Mario-Effekt: Wie Mario nach dem Essen einer Blume unverwundbar wird und durch alles hindurchrennen kann, kann sich das Kind vorstellen, einen unsichtbaren Schutzschild zu tragen.
  • Ninjago-Kreisel oder Tarnumhang: Ob der Spinjitzu-Kreisel von Lego, der unsichtbar macht, oder der Tarnumhang von Harry Potter – kreative Metaphern helfen Kindern, sich in schwierigen Situationen weniger verletzlich zu fühlen.

Wertschätzung als Fundament

Hochsensible Kinder neigen oft zu Selbstzweifeln und Schüchternheit. Sie haben häufig das Gefühl, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Kontinuierliche Ermutigung und aufrichtige Wertschätzung durch die Eltern sind daher essenziell, um ihr Selbstvertrauen zu stärken.

Literaturempfehlungen und Quellen

Für eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema empfehlen wir folgende Bestseller und Webseiten:

  • Bücher für Eltern:
    • „Die Reise zur glücklichen Eltern-Kind-Beziehung“ von Katharina Saalfrank.
    • „Mama, nicht schreien! Liebevoll bleiben bei Stress, Wut und starken Gefühlen“ von Jeannine Mik und Sandra Teml-Jetter.
  • Praktische Alltagshilfe:
    • „Hochsensible Kinder – Lösungen für 51 herausfordernde Alltagssituationen“ von Johanna Hinze.
  • Online-Ressource:

PTE-Redaktion: Manuela Bonfiglio

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