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Der Einfluss von Schlafen, Essen, Trinken und Bewegung

Kinder lernen immer: in jedem Alter und in fast jeder Situation. Mit den geeigneten Rahmenbedingungen kann man Kinder im Alltag so weit unterstützen, dass sie so viel wie möglich aus Situationen mitnehmen und damit so viel wie möglich lernen können. Und das mit ganz einfachen Mitteln.

Schlafen ist ein Grundbedürfnis

Ausreichend Schlaf ist wichtig. Für Kinder sogar noch viel wichtiger als für Erwachsene.

Ein Grund, warum Kinder mehr schlafen müssen, ist ihr erhöhter Lernaufwand: Im Schlaf verfestigt sich das Gedächtnis. Dafür sind wahrscheinlich Tief- und REM-Schlaf gemeinsam verantwortlich.

In REM-Phasen laufen Prozesse ab, die mit der Speicherung von Erinnerungen, Konsolidierung von Gedächtnisinhalten und Lernen zu tun haben.

Schlafdauer, Schlaftiefe und Schlafrhythmus und selbst die bevorzugte Schlafenszeit sind eine Frage von Genen und innerer Uhr. Wer entgegen seiner Veranlagung den Wecker stellen muss, riskiert einen sozialen Jetlag. Entscheidend sind aber auch Alter und Entwicklung: Babys verschlafen zwei Drittel der Zeit, Siebtklässler liegen mit durchschnittlich neuneinhalb Stunden noch über dem Mittel der Erwachsenen. Jugendliche tendieren zur späten Nachtruhe – gesteuert von ihrer inneren Uhr.

Doch warum ist das Schlafen so wichtig? Wissenschaftliche Studien und Veröffentlichungen zeigen, dass Schlaf wesentlich dafür ist, dass sich das Gedächtnis bildet. So zeigen sich während des Schlafens dieselben Netzwerkaktivitäten im Gehirn wie während des Lernens am Tag. Forscher vermuten daher, dass sich durch eine solche Wiederholung die Erinnerung, z. B. von Gelerntem, vertieft. Für das deklarative Gedächtnis sind vor allem Tiefschlafphasen wichtig. Handlungsabläufe und emotionale Ereignisse dagegen bearbeitet das Gehirn vor allem in Traumschlafphasen.

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis

Essen

Kinder haben während des Wachstums einen hohen Energiebedarf und brauchen besonders viele Nährstoffe, um Knochen, Muskeln und Organe aufzubauen.

Es gibt kein Lebensmittel, das alle Nährstoffe liefert, sondern die Mischung macht´s: Erst eine gute Kombination aus Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und tierischen Lebensmitteln versorgt Kinder und Erwachsene mit allem, was für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden nötig ist. Insbesondere Kohlenhydrate sind unverzichtbar für die Energieversorgung des Gehirns. Aber: Ersetzen Sie einfache Kohlenhydrate wie Glukose und Fruktose durch komplexe Kohlenhydrate wie Stärke (Vollkornprodukte, Haferflocken, Kartoffeln).

Getränke

Wasser ist lebensnotwendig. Ständig geht Flüssigkeit verloren. Trinken ist auch wichtig für die gute Durchblutung und ausreichende Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Je nach Alter sollten Kinder zwischen 0,7 und 1 Liter pro Tag trinken, bei Hitze und viel körperlicher Aktivität wie Sport oder Herumtoben auch mehr. Besonders gute Durstlöscher sind Leitungswasser, Mineralwasser, ungesüßte Frucht- und Kräutertees sowie Fruchtsaftschorlen.

Lust auf Zucker?!

Kinder mit besonderen Problemstellungen, wie z. B. ADHS, haben oft ein erhöhtes Verlangen nach Zucker. Zucker regt die Serotoninproduktion an und macht glücklich. Generell gilt Zucker bei allen Kindern in größeren Mengen als bedenklich, da er süchtig machen kann. Deshalb wird geraten, Süßigkeiten nicht als Belohnung oder Anreiz einzusetzen.

Bewegung schafft Ausgleich

Bewegung ist wichtig: für die körperliche und für die geistige Entwicklung. Die körperlichen Folgen von Bewegungsmangel können vielfältig sein: Übergewicht, Rückenschmerzen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und vieles mehr. Doch Bewegung ist auch wichtig für die geistige Entwicklung - fürs Gehirn. Schon eine Stunde Bewegung täglich kann die schulischen Leistungen verbessern. Neurowissenschaftler machen dafür verschiedene Faktoren verantwortlich: So nimmt bei sportlicher Betätigung die Verbindung zwischen Nerven und den verschiedenen Gehirnbereichen zu. Außerdem verbessern sich gleichzeitig die Durchblutung und die Versorgung des Gehirns mit Nährstoffen und Sauerstoff.

In der Schule und in der Freizeit

Bewegung ist sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich wichtig. Während im schulischen Bereich die Sportstunden fest vorgeschrieben sind, kann im privaten Bereich auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden.

Bewegung kann dabei vielfältig sein: Skateboard fahren, Fußball spielen, „slacklinen“ oder waveboarden oder auch nur einmal der Weg zur Bücherei mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Auch Sportvereine oder Sportschulen bieten Kindern einiges an Angeboten. Viele bieten Schnupperstunden an, in denen das Kind eine Sportart unverbindlich und kostenlos kennenlernen und testen kann. Kindersportschulen (KiSS) bieten Kindern von drei bis zehn Jahren die Möglichkeit einer breiten, sportartenübergreifenden motorischen Grundlagenausbildung im Verein (www.kindersportschulen.de). Fußball bewegt in Deutschland die Massen. Rund 6,9 Millionen Mitglieder sind unter dem Dach des DFB organisiert, verteilt auf rund 25.000 Vereine (www.dfb.de). Aber auch andere Sportarten, wie z. B. Handball (www.dhb.de) oder Turnen (www.dtb-online.de) bieten Kindern tolle Möglichkeiten, sich sportlich zu bewegen.

Ausflüge für Klein und Groß

Oder wie wäre es mit einem Fahrradausflug für die ganze Familie? Oder mit Wandern? Wandern ist bei vielen Kindern zwar meist nicht so angesagt. Kombiniert man aber das ungeliebte Wandern mit coolen Elementen und macht aus der Wanderung eine Geocaching-Tour, sind kleinere und größere Kinder begeistert. Geeignet für unterschiedliche Altersgruppen sind auch Naturparks, welche in ganz Deutschland zu finden sind. Diese bieten z. T. tolle Attraktionen oder Führungen für Kinder und/oder Familien an. Eine Liste aller Naturparks gibt es unter www.naturparke.de.

Quellen: https://www.schlafzentrum.med.tum.de/index.php/page/normaler-schlaf, https://www.dasgehirn.info/handeln/schlaf-und-traum/lernen-im-schlaf, https://www.dasgehirn.info/handeln/schlaf-und-traum/anatomie-des-schlafes, https://www.dasgehirn.info/handeln/ernaehrung/ueberflieger-durch-nervennahrung, https://www.tu-chemnitz.de/hsw/ab/prof/sportpsychologie/data/Mein%20Gehirn%20in%20Bewegung.pdf

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