Wichtige Kompetenzen vor dem Schulstart fördern
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Mit Stolz sind Kinder im letzten Kindergartenjahr bei den „Großen” und die meisten freuen sich in ihrer Vorschulzeit sehr auf den neuen Lebensabschnitt. Damit der Schulstart gelingt, können bereits davor wichtige Fähigkeiten trainiert werden – welche das sind, lesen Sie in unserem Artikel.
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Ende des Jahres 2025 wandten sich über 1000 Lehrkräfte in Hessen in einem Brandbrief an den Kultusminister, in dem sie die fehlenden Voraussetzungen vieler Kinder für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht anführten. In Sachsen berichten Kinderärzte beispielsweise über mangelnde Sprachfähigkeiten bei mehr als jedem dritten Kind, die bei den Schulaufnahmeuntersuchungen auffallen. Hierzu zählen Auffälligkeiten beim Sprechen, Stottern, Lispeln, ein begrenzter Wortschatz, dazu Schwierigkeiten, vollständige Sätze zu bilden. Nicht nur sprachliche Kompetenzen sind zurückgegangen, sondern nach Einschätzung der Gesundheitsdienste hatte ein Viertel der Erstklässler im Einschulungsjahr 2025 Auffälligkeiten, sprachlich, motorisch und in der kognitiven Entwicklung. Bemängelt wurde unter anderem mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Merkfähigkeit oder fehlende motorische Fähigkeiten wie Schuhe zubinden, schneiden oder kleben.
Sprache fördern durch Erzählen und Vorlesen
Zurückgeführt werden diese Defizite auf den Umgang der Eltern mit ihren Kindern zu Hause. Ein Grund könnte der Anstieg der Mediennutzung sein. Bereits im Kleinkind-alter verfügen deutlich mehr Kinder über Zugang zu Smartphone, Tablet und Co., wie bereits die MiniKIM- Studie im Jahr 2023 belegte. Kinderärzte vermuten einen Rückgang von Gesprächen zwischen Eltern und Kind zum Beispiel über den vergangenen Tag, aber auch weniger Zeit zum Geschichtenerzählen oder gemeinsamen Vorlesen.
Bewegung fördert Konzentration
Ein bewusster Umgang mit digitalen Medien ist demnach ein erster, wichtiger Schritt für Eltern und ihre Kinder. Gerade Vorschulkinder haben noch einen sehr ausgeprägten Bewegungsdrang, der in jedem Fall nicht unterdrückt werden sollte. Das Spielen in der Natur, aber auch sportliche Aktivitäten sind ein wichtiger Ausgleich für die Kinder. Auch die dadurch erlernten motorischen Fähigkeiten, wie balancieren, Bälle werfen oder fangen, springen, rennen und klettern, sind alle auch für die Schule sehr wertvoll. Denn es ist erwiesen: Bewegung fördert die Konzentrationsfähigkeit. Kinder, die die Möglichkeit haben, sich viel zu bewegen, können sich besser bei einer sitzenden Tätigkeit konzentrieren. Kurze Pausen zwischen den konzentrierten Phasen sind für alle Kinder besonders wichtig. Vor allem aber Kinder mit ADHS benötigen nach einer fokussierten Arbeit eine kurze Bewegungspause wie zum Beispiel Hampelmann-sprünge oder Balance-Training.
Soziale Fähigkeiten unterstützen
Für den Schulstart sind auch einige soziale Kompetenzen von großem Vorteil. Hierzu zählt beispielsweise, sich an bestehende Regeln halten zu können. Das ist für Lehrkräfte und den Klassenverband essenziell, um den normalen Unterrichtablauf gewährleisten zu können. Im Elternhaus sollten deshalb bereits ebenfalls einige feste Regeln eingeführt werden, an die sich die Kinder halten sollten. Auch die Kooperationsbereitschaft wird bereits im Kindergartenalter geübt und wird mit Eintritt in die Schule noch wichtiger. Im Unterricht werden die Kinder zeitweise in Gruppen oder zu zweit zusammenarbeiten und es gilt zu lernen, dass man auch manchmal nachgeben muss, um einen Kompromiss zu finden. Das kann manchmal frustrierend sein, aber auch diese Toleranz ist wichtiger Bestandteil des lebenslangen Lernens. Neben all den vielen Anforderungen ist jedoch eines besonders wichtig: Die Selbstständigkeit des Kindes zuzulassen und es darin zu bestärken, dass es viele Dinge allein schaffen kann. In der Vorschulzeit kann das Kind üben, sich alleine anzuziehen, die Schuhe zuzubinden oder auch mal alleine zum Bäcker zu gehen. Altersgerechte Aufgaben im Haushalt oder gemeinsame Entscheidungen – etwa bei der Frage „Welches Geschenk wählen wir?“ – vermitteln: Deine Meinung zählt, und du kannst etwas beitragen. Für die Eltern gilt es jetzt, das Loslassen zu lernen und eventuell vorhandene Ängste zu überwinden – denn sind die Eltern ängstlich vor dem neuen Lebensabschnitt, kann sich das auch auf das Kind übertragen.
Vorfreude auf die Schule stärken
Auch die Freude auf die Schule wird von den Eltern maßgeblich beeinflusst. Als Vorbild für die Kinder, die ihr Verhalten nachahmen, können sie ihnen zeigen, dass das Lernen Spaß macht. Gemeinsam mit den Eltern gehen Kinder auf Entdeckungsreise in die Natur, ins Museum oder blicken staunend auf die Erwachsenen, die zum Beispiel andere Sprachen verstehen. Aber auch der offene und positive Umgang mit eigenen Fehlern oder Missgeschicken zeigt den Kindern wie Lernen funktioniert – und dass auch Fehler dazugehören.
Erwachsene können die Vorfreude auf die Schule steigern, indem sie bewusst positiv darüber sprechen. Für die Kinder macht es einen enormen Unterschied, ob sie hören „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!” oder „Das wird toll, ich freue mich für dich. Bald bist du ein Schulkind!”. Gemeinsam können viele schöne Kinderbücher auf die kommende Zeit einstimmen wie auch das gemeinsame Einüben des Schulwegs.
Quellen
- Grundschulen in Hessen: Warum Lehrer Alarm schlagen
- https://www.dnn.de/mitteldeutschland/alarmierende-ergebnisse-erstklaessler-in-sachsen-haben-immer-groessere-defizite-74EZ5YFJSBH2NCXJ7IOEAIMN2M.html
- https://www.ndr.de/kultur/buch/alarm-an-grundschulen-fehlen-grundsaetzliche-faehigkeiten,grundschulprobleme-100.html
- https://mpfs.de/studie/minikim-2023/
- https://www.zeitschrift-sportmedizin.de/sport-verbessert-konzentration-bei-grundschulkindern/
PTE-Redaktion: Romy Fersterra